Beobachten
Die gelebte Wirklichkeit ernst nehmen: nicht nur den vorgesehenen Prozess, sondern auch tatsächliche Übergaben, Rückfragen, Nebenlisten, Ausnahmen und stille Absprachen.
Hinter die Dinge
Ein zweiter Blick, bevor die Lösung beginnt.

Die H · D · D · Methode ist keine starre Vorlage, die über jede Organisation gelegt werden soll. Sie beschreibt eine Denkbewegung, die in sehr unterschiedlichen Situationen helfen kann: bei einem stockenden Prozess ebenso wie bei der Einführung einer neuen Technologie, bei einem Konflikt zwischen Bereichen oder bei der Frage, weshalb eine gut gemeinte Lösung im Alltag eine andere Wirkung entfaltet als erwartet.
Ihr Ausgangspunkt ist eine einfache Erfahrung: Das zuerst sichtbare Problem ist nicht immer das eigentliche.
Verstehen geht dem Verändern voraus.
Die gelebte Wirklichkeit ernst nehmen: nicht nur den vorgesehenen Prozess, sondern auch tatsächliche Übergaben, Rückfragen, Nebenlisten, Ausnahmen und stille Absprachen.
Nach Gründen, Funktionen und Erfahrungen fragen. Unterschiedliche Perspektiven aushalten, bevor entschieden wird, welche Erklärung trägt.
Die Beziehungen sichtbar machen, die für Wirkung und Verantwortung entscheidend sind: zwischen Menschen, Informationen, Prozessen, Entscheidungen und Technik.
Beobachtung, Annahme und Bewertung trennen. Gegenpositionen, Risiken, Ziele und Zumutungen fair gegeneinander abwägen.
Aus dem Verständnis einen verantwortbaren nächsten Schritt ableiten – mit erwarteter Wirkung, klarer Verantwortung und der Möglichkeit, aus der Umsetzung zu lernen.
In der Praxis verlaufen diese fünf Bewegungen nicht immer sauber nacheinander. Eine neue Beobachtung kann eine frühere Einordnung verändern. Ein Gegenargument kann zeigen, dass ein Zusammenhang unvollständig verstanden wurde. Eine erste Maßnahme kann notwendig sein, um überhaupt weitere Erkenntnisse zu gewinnen.
Die Methode ist deshalb eher ein wiederkehrender Denkweg als ein lineares Prüfverfahren. Sie soll die eigene Urteilskraft nicht ersetzen, sondern stärken.
Wenn offizielle Abläufe und tatsächliche Arbeit auseinanderfallen oder Ausnahmen zwischen Bereichen liegen bleiben.
Wenn Technik bereits ausgewählt wird, bevor Bedeutung, Verantwortung und gewünschte Wirkung geklärt sind.
Wenn viele Beteiligte ihren Teil erledigen, aber niemand den Gesamtprozess wirksam verantwortet.
Wenn unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und daraus tragfähige nächste Schritte entwickelt werden müssen.

Die H · D · D · Methode bildet den Denkweg des Buches „Die unsichtbare Grundlage der Digitalisierung“. Dort wird sie an konkreten Praxisszenen, organisatorischen Zusammenhängen und Leitfragen ausführlich entfaltet.